|
Die Tage der alten Dausenauer Lahnbrücke sind nun eindeutig gezählt. Nach den Sommerferien wird der marode Flussübergang abgerissen.
DAUSENAU. Nach zwei Jahren Bauzeit ist die neue Lahnbrücke in Dausenau gestern dem Verkehr übergeben worden. Rund vier Millionen Euro hat das Bauwerk und damit der erste Bauabschnitt der Dausenauer Ortsumgehung gekostet.
Die stolze Summe ist dabei noch nicht komplett ausgegeben, mit eingerechnet sind die noch nötigen Anschlüsse auf der südlichen Lahnseite und der Abriss der alten Brücke. Nach den Sommerferien fällt der betagte Lahnübergang. Der Brückenneubau war ursprünglich nötig geworden, da die alte Brücke zum Sanierungsfall wurde. Seit Jahren mussten schwere Lkws zum Beispiel schon den Umweg über die Bad Emser Wiesbach und den Lahntalrad- und Wanderweg nehmen.
Doch anstatt die marode Brücke zu sanieren oder an gleicher Stelle wieder aufzubauen, entschlossen sich die Planer, ein neues Bauwerk etwas weiter stromabwärts und leicht quer versetzt zu bauen, um später eine Ortsumgehung realisieren zu können.
Bis vor wenigen Monaten noch glaubte indes niemand daran, dass es nach der Brückenfertigstellung mit dem Umgehungsstraßenbau zügig weitergehen würde - bis die Bundesregierung in Krisenzeiten das Konjunkturpaket II auflegte. Ein Teil der Subventionen kommt nun den Dausenauern und den Pendlern im Lahntal zugute. Da die Dausenauer Kommunalpolitik ihre Hausaufgaben gemacht hatte, konnte das Projekt in die geförderten Sofortmaßnahmen aufgenommen werden. "Wir taten gut daran, auf unsere Berater zu hören und für Baurecht zu sorgen, obwohl wir nicht auch nur an die mittelfristige Umsetzung geglaubt haben", schmunzelte Ortsbürgermeister Jürgen Linkenbach bei der Eröffnung der neuen Lahnbrücke, die den Namen "Aktemächer-Brücke" trägt.
In dem Moment aber, als es um den schnellstmöglichen Einsatz der Fördermittel aus Berlin ging, lag der Plan für die Dausenauer Umgehung aber quasi umsetzungsbereit in der Schublade - ein Segen für die Beseitigung des Nadelöhrs zwischen Bad Ems und Nassau.
"Bis zu 9000 Fahrzeuge quälen sich täglich durch das schöne Dausenau. Experten gehen davon aus, dass es Ende 2012 nur noch höchstens 900 pro Tag sein werden. Der Rest wird die dann fertiggestellte Umgehung benutzen", rechnete der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Hendrik Hering bei der Freigabe der Brücke vor. Gleichzeitig konnte nämlich gestern der symbolische erste Spatenstich für die Fortführung der Umgehung erfolgen. Diese wird nun auf der südlichen Lahnseite "im freien Feld" gebaut und zunächst als Baustraße für die weitere Brücke zwischen Dausenau und Nassau genutzt. "So halten wir den Bauverkehr aus dem Ort heraus", erklärte Heinz-Peter Uhrmacher, Chef des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Diez.
"2012 treffen wir uns hier wieder zur nächsten Freigabe", versprach Minister Hering. Dann soll die Umgehung komplett fertig sein - Jahrzehnte früher, als von vielen erwartet. Willi Willig
Quelle: Rhein-Lahn-Zeitung - Bad Ems, Lahnstein vom Dienstag, 28. Juli 2009, Seite 18. |