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Tiefensee hat Lärmschutz zugesagt PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 07. Juli 2009 um 16:55 Uhr
Bundesverkehrsminister hält Mittelrheintal für hochgradig schutzwürdig - Bürgernetzwerk Pro Rheintal will Ausweichstrecke

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee war schon mehrmals in Sachen Bahnlärm im Rheintal. Bei seinen Besuchen hatte er jeweils versichert, sich für Maßnahmen gegen den Krach einzusetzen. Damit rückt am Mittelrhein wieder ein Thema in den Vordergrund, das dem Welterbestatus eher abträglich ist als die Brücke.

REGION. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee sagt Umweltminister Sigmar Gabriel in einem Schreiben zu: "Der Schwerpunkt der staatlichen Aktivitäten im Oberen Mittelrheintal gilt dem Lärmschutz."

Nach einem Gespräch mit dem Vorsitzenden des Vereins der Unesco-Welterbestätten Deutschland, Horst Wadehn, hatte Gabriel bei seinem Ministerkollegen die Beeinträchtigungen durch Bahnlärm und Erschütterungen im Oberen Mittelrheintal reklamiert. Wolfgang Tiefensee hat jetzt darauf geantwortet und bestätigt: "Es besteht Einigkeit, dass das Obere Mittelrheintal als Unesco-Weltkulturerbe eine sensible Region ist, die hochgradig schutzwürdig ist. Zur kurz- und mittelfristigen Entlastung der Anwohner im Mittelrheintal liegt der Schwerpunkt, in Abstimmung mit der Region beziehungsweise den Ländern, vor allem auf dem Lärmschutz."

Der Verkehrsminister verweist in seinem Schreiben auch auf das Projekt "Leiser Rhein", bei dem 5000 Güterfahrzeuge kurzfristig umgerüstet werden sollen. Diese sollen dann überwiegend auf der Rheintalstrecke zum Einsatz kommen. Hier will man auch die Grundlagen für eine lärmabhängige Trassenpreisdifferenzierung legen. Außerdem seien inzwischen weitere Pilotprojekte mit innovativen Lärm- und Erschütterungsminderungssystemen gestartet worden. Frank Groß, Sprecher des Bürgernetzwerks Pro Rheintal, begrüßt die Aussagen als wichtigen Schritt und nachhaltigen Erfolg gemeinsamer Bemühungen von Politik und Bürgern. Die Initiative von Horst Wadehn und Sigmar Gabriel zeige, dass die Anliegen von Pro Rheintal über die Region hinaus Unterstützung fänden. Von Umweltminister Gabriel erhofft sich das Bürgernetzwerk auch zukünftig weitere Hilfestellung. Groß dankte auch Minister Tiefensee für dessen Einsatz und guten Willen.

Gleichzeitig forderte er die beiden Minister, aber auch die Landesregierung sowie alle Parteien und Abgeordneten auf, dazu beizutragen, dass noch vor der Bundestagswahl konkrete Maßnahmen und Budgets auf den Weg gebracht werden. Irritiert zeigte sich Groß über die Aussage von Tiefensee, es bestünden aus seiner Sicht keine Kapazitätsengpässe in der Region und daher auch keine Notwendigkeit für eine Ausweichtrasse.

Nach Ansicht von Groß widerspricht sich der Minister, wenn er einerseits das Tal als "hochgradig schutzwürdig" bezeichnet und andererseits die Trassen erst bis zur Kapazitätsgrenze auslasten will, bevor eine neue Trasse gebaut würde.    (tor)

Quelle: RZ Koblenz & Region vom Dienstag, 7. Juli 2009, Seite 22.
 

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